136 | Bildbetrachtung Werk Nr. 0235

SCROLL DOWN FOR ENGLISH TEXT

Anzeigen

Dieses Bild habe ich in Öl auf Leinwand (50 x 70 cm) nach einem Referenzfoto von Anjan Gosh gemalt. Und dies ist die Geschichte, die dahinter steckt. Anjan ist ein professioneller Fotograf aus der indischen Metropole Kalkutta (Kolkata).

Das Bild steht zum Verkauf. Anfragen an: mail(at)sommerkunstblog.de

Ölporträt "Hommage an Anjan Gosh"
„Hommage an Anjan Gosh“, Öl auf Leinwand, 50 x 70 cm, 2020 | nach einer Fotografie von Anjan Gosh

So lernte ich Anjan kennen und seine Fotos lieben

Dies ist keine Werbung: Aber durch Facebook können wirklich wunderbare Freundschaften entstehen. Der indische Fotograf Anjan schickte mir vor gut einem Jahr eine Freundschaftsanfrage. Bei meiner Recherche (da ich nie pauschal alle Anfragen annehme, sondern erst mal schaue, wer sich dahinter verbirgt), war ich direkt begeistert von Anjans hervorragender Fotokunst. Er hat sein eigenes Land und auch andere Länder bereist, um die wundervollsten Menschen überall auf den Straßen oder in abgelegenen Dörfern zu finden und sie im allerbesten Licht mit der Kamera einzufangen. Dabei geht er seiner Leidenschaft für Gesichter und Geschichten mit großer Empathie nach. Beim Betrachten seiner Porträtaufnahmen kann man schnell sehen, dass es ihm leicht fällt, sich mit anderen emotional zu verbinden, denn Fremde fassen schnell Vertrauen und schenken ihm nicht selten ihr schönstes Lächeln.

Der Beginn unserer Zusammenarbeit

Ich habe es nach unserem ersten digitalen Kennenlernen nicht lange geschafft, meinen Wunsch, eines seiner Fotos malen zu dürfen, zurückzuhalten und bin ziemlich schnell mit der Tür ins Haus gefallen. Gleichzeitig habe ich ihm angeboten, einen Gastbeitrag für den SommerKunstBlog zu schreiben, den ich dann am 15. Mai 2019 veröffentlicht habe. Für den Beitrag schickte er mir einige Fotos und dabei war auch dieses eine besagte Foto, das es mir so sehr angetan hatte. Anjan zögerte nicht, es mir auf meine Anfrage hin auch in höherer Auflösung zuzusenden. Das war also letztes Jahr im Mai. Und dann lag das Foto eine ganze Weile bei mir herum …

Warum ausgerechnet dieses Bild?

… Ich unternahm einige Anläufe – in Öl, in Bleistift, in Pastell, große Formate, kleine Formate -, aber ich gab meistens ziemlich schnell wieder auf. Ich dachte: Warum musste ich mir ausgerechnet ein Foto von einem Mädchen aussuchen, das ein Kopftuch mit einem kleinteiligen geometrischen Muster trägt? Ich überlegte daher, Anjan noch mal um ein anderes Foto zu bitten, was ich aber dann doch nicht tat. Denn dieses eine Foto hatte es mir nun mal angetan und ich war noch nicht bereit aufzugeben. Die Augen des Mädchens sprachen zu mir und das intensive Blau des Kopftuches zog mich fasziniert in eine Art Bann, sodass ich mir das Foto immer wieder anschauen musste. Außerdem gab es keine Eile. Es haben auch schon andere Referenzfotos lange bei mir herumgegelegen, bis ich sie schließlich doch noch angegangen bin.

Dann gab es plötzlich doch Eile

Ende Januar dieses Jahres meldete Anjan sich plötzlich mit folgender Botschaft: „Ich bin im März in Deutschland.“ Wow! Ich freute mich! Aber, oh Göttin, das Bild… Doch manchmal (!) funktioniere ich sehr gut, wenn die Motivation quasi über Nacht in Form von Zeitdruck und in Kombination mit freudiger Erwartung kommt. Anjans Ankunftstag war Ende Februar, ich hatte vier Wochen …

… Da mir ein paar andere Termine abgesagt worden waren, sagte ich mir, dass ich ab dem darauffolgenden Montag so viel wie möglich Zeit im Atelier verbringen wollte. Eine neue Leinwand wurde aus dem Schrank geholt, ich entschied mich für ein eher kleineres Format, und dann arbeitete ich eine ganze Woche ausschließlich daran, das Muster des Kopftuches nur vorzuzeichnen. Ich konnte das Muster am Ende etwas vereinfacht darstellen, aber es hatte es trotzdem in sich. Doch nach drei arbeitsintensiven Wochen war ich fertig! Und ich war stolz wie Berta!

Unser Treffen in meinem Atelier

Seona Sommer und Anjan GoshFür Anjan sollte das fertige Bild eine Überraschung werden und ich habe ihn zu uns nach Hause eingeladen, ohne ihm vorher genau zu sagen warum. Schließlich stand er vor meinem Ölporträt an der Wand und, wie er sagte, bekam eine Gänsehaut. Wow!

In unseren Gesprächen stellten wir viele Gemeinsamkeiten fest. Wir teilen die gleiche Leidenschaft für Menschen, für Gesichter und Geschichten, für Menschlichkeit und Humanität. Wir sind fasziniert von der Diversität der Menschheit und sehen doch, dass wir am Ende einfach alle Menschen sind. Ich bin sehr dankbar, dass sich unsere künstlerischen Wege gekreuzt haben und dass wir uns nun auch persönlich kennen lernen konnten. Ich freue mich sehr auf unsere zukünftige Zusammenarbeit!

Danke, Anjan!

Anjans Beteiligung an einer Ausstellung in Bergisch Gladbach

Ausstellungskatalog "Kulturen im Dialog"Zurzeit wird im Kreishaus in Bergisch Gladbach (Am Rübezahlwald 7, 51469 Bergisch Gladbach) noch bis zum 4. April 2020 zum letzten Mal die Wanderausstellung „Kulturen im Dialog“ mit 13 Künstler*innen aus 5 Ländern gezeigt. Anjan nimmt an dieser Ausstellung teil. Sie wurde von Thyra Holst, der 1. Vorsitzenden des gemeinnützigen Vereins kulturdialog e.V. kuratiert und organisiert. Auch wenn die Vernissage aufgrund der aktuellen Sicherheitslage abgesagt werden musste, so ist die Ausstellung täglich zu den Öffnungszeiten des Kreishauses frei zugänglich.

Und hier kannst du dich mit Anjan vernetzen:

>> Hat dir dieser Beitrag gefallen? Teile diesen Beitrag mit anderen! Hinterlasse uns (ganz unten) einen Kommentar!

>> Zurück zur START-Seite.

ENGLISH TEXT:

The painting in oil on canvas (50 x 70 cm) is based on a photography by Anjan Gosh. And this is the story about it. Anjan is a professional photographer based in Kolkata/India.

The painting is for sale. Please send your inquiries to: mail(at)sommerkunstblog.de

This Is How I Started Chatting With Anjan And Loving His Photography

This is no advert: but Facebook can sometimes be the cause of wonderful friendships. The Indian photographer Anjan Gosh sent me a friendship request a little more than a year ago. Upon researching him (as I don’t usually accept everybody’s request), I was immediately blown away by his outstanding photography skills. He has been travelling throughout India and other countries to find the most amazing people everywhere on the streets of big cities or in remote villages. And he captures them in the most wonderful light with his camera. He follows his passion for people’s faces and stories with great empathy. Looking at his portrait photos, you can tell that he emotionally connects easily as strangers quickly trust him and often show him their most beautiful smile.

The Start of Our Cooperation

After we first met virtually, I had a hard time holding back my strong desire to paint one of his photos, and quite early, I told him. At the same time, I offered him to send me a guest blog article for SommerKunstBlog, which I published on 15 May 2019. For this purpose, he sent me this one photo that I felt totally fascinated by. Upon my request, he did not hesitate to send it again in high resolution. So that was last year in May. I ordered a print and then nothing happened for a long time …

Why This Photo When It Could Have Been Others?

… Several times I started painting or drawing – with oil colors, pencils, soft pastells, big canvases, small canvases or paper -, but each time, I quickly stopped again. I was thinking: why did I choose this photo of this Indian girl wearing a scarf with a tiny geometric design? For a while, I was debating to ask Anjan for another photo, but didn’t. I just loved this particular photo so much and felt not ready yet to give up. The girl’s eyes and the intense blue mesmerized me, so I kept looking at it again and again. Well, I was not in a hurry. Other reference photos before had been waiting for a long time, too, until I eventually completed painting them.

Suddenly I Was In A Hurry

At the end of January this year, however, I received the following message from Anjan, „I will be in Germany in March.“ Wow! I was happy to hear that! But… the painting… Sometimes (!), actually, I function well if motivation steps around the corner in the form of time pressure combined with excited anticipation. Anjan was supposed to arrive at the end of February, I had four weeks left …

… As some of my other appointments had been cancelled, I was going to spend as much time as possible in my studio starting the following Monday. I picked a new canvas of smaller size and then worked for the entire first week on sketching out the desgin of the scarf. I was able to simplify it a little bit, but it kept being difficult. After three labour-intensive weeks, I finished the portrait! And I was proud as a peacock!

Our Meeting in My Studio

For Anjan, the painting was supposed to be a surprise. So I invited him to our house without telling him the actual reason in advance. Eventually, he was standing in front of the painting at the wall. He told me he was getting goosebumps. Wow!

In our conversation, we found out that we have a lot in common. We share the same passion for people, for faces and stories, for sensitiveness and humanity. We are both fascinated by the diversity of humankind and, at the same time, know that we are all humans after all. I am very grateful that our artistic lifes have met and we had a chance to meet in person. I look forward to our future cooperation!

Thank you, Anjan!

Anjans Participation in an Exhibition in Bergisch Gladbach (Germany)

Anjan is currently participating in the travelling exhibition „Kulturen im Dialog“ together with 12 other artists from 5 countries altogether. This is the last time the exhibition is shown. Address: Kreishaus in Bergisch Gladbach, Am Rübezahlwald 7, 51469 Bergisch Gladbach, Germany, until 4 April 2020.

The exhibition was curated and organized by Thyra Holst, 1st Chairperson of the non-profit association kulturdialog e.V. Due to current safety regulations, the opening show was cancelled, but the exhibition has open doors until 4 April 2020.

Feel free to connect with Anjan:

>> Did you like this article? Please feel free to share it and leave us a comment below!

>> Back to START

Der Beitrag 136 | Bildbetrachtung Werk Nr. 0235 erschien zuerst auf SommerKunstBlog.de.