Noch mehr Aufregung

Nachdem ja gestern der Vormittag schon aufregend genug war, ging es munter so weiter. Ich versuchte einige Male meine Mutter anzurufen, bis irgendwann mein Bruder dran war und mir sagte, sie hätte den Notarzt gerufen, weil ihr schwindlig gewesen sei. Nun war er in der Wohnung, von der Mutter keine Spur, sie hatten sie mitgenommen, schon vor Stunden –  wir wußten erstmal nicht, wo sie ist. Schließlich haben wir erfahren, in welcher Rettungsstelle sie ist, und dort zog und zog es sich weiter hin, Stunde um Stunde. Sie war eindeutig kein Notfall, denn es wurden immer wieder andere Notfälle dazwischengeschoben. Bis weit nach Mitternacht warteten wir auf die Benachrichtigung, was ist, und ob sie auf Station gebracht oder entlassen wird. Sie hatten sie auf den Kopf gestellt, CT vom Kopf gemacht, alles unauffällig. Schließlich hieß es, da es schon so spät sei, wird sie diese Nacht auf Station bleiben und man wolle dann heute weitere Tests machen, bezüglich des Gleichgewichtsinns usw. Aber jetzt kommt’s: Ich würde sonst was dafür verwetten, daß sie bei ihr nichts finden, was nicht ihrem Alter entsprechend normal ist, denn gleich, als ich das hörte, dachte ich an die Zeit, als ich ein kleines Mädchen war und meine Mutter massive Panikattacken hatte, ständig die Feuerwehr und Nachbarn kommen mußten und sie jahrelang Beruhigungsmedikamente verschrieben bekam. Ich bin mir ziemlich sicher, daß es wieder solch eine Panikattacke war und es ist ja auch kein Wunder, wenn draußen nur noch Angstenergie herrscht und die Leute um einen herum sich panisch verhalten, daß dann Angststörungen noch extra angetriggert werden. Interessanterweise fing es damals ebenfalls alles mit einem Virus, bzw. mit einem vermeintlichen Virus an, denn mein Vater war mit Verdacht auf Gelbsucht im Krankenhaus in Quarantäne und zu uns nach Hause kamen Leute in Schutzanzügen, die alles abspritzen und desinfizierten. Später stellte sich jedoch heraus, daß es “nur” Gallensteine waren, aber mein Vater war deswegen lange im Krankenhaus. Ich hoffe nur, daß jetzt nicht erneut so ein ganzer Schub von Panikattacken beginnt und sie ständig den Notarzt braucht, denn dann finden wir auch keine Ruhe mehr. Das Problem ist leider, daß sie selbst gar kein Bewußtsein dafür hat, zumal damals sowas sowieso nicht als Diagnose schon bekannt und anerkannt war, und sie vermutlich nichts davon den Ärzten erzählt, bzw. wenn andere sie oder die Ärzte darauf ansprechen, sie es eher runterspielen würde.

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Jedenfalls bin ich dann gestern ebenfalls noch fast durchgedreht. Seit Samstag genau, fühle ich mich etwas angeschlagen, habe eine leicht verstopfte Nase und verschleimten Hals. Eine leichte Streß-Erkältung oder das häufig bei mir vorkommende “Nasevoll-Syndrom”.  Während ich zwischendurch auf weitere Nachrichten zu Hause wartete, nutzte ich die Zeit, um Staub zu saugen und währenddessen wurde mir immer heißer und heißer, bis ich das Gefühl hatte, mein Kopf glüht. “Ach du meine Güte, bekomme ich etwa Fieber?” fragte ich mich panisch. Normalerweise habe ich an der Heizung ein Thermostat, weshalb ich gar nicht auf die Idee kam, auf die Raumtemperatur zu schauen. Irgendwann tat ich es aber doch und das Thermometer zeigte 26 Grad! Seltsam, denn die Heitzung war, als ich nachschaute, genau auf 18 Grad eingestellt, aber es ist natürlich kein Wunder, wenn dann mein Kopf glüht. Ich ließ erst einmal lange Zeit kühle frische Luft ins Zimmer, sowie Amselgesang, und danach war das “Fieber” wie von Zauberhand völlig verschwunden.